Tagesschnipsel

21.10.14
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Bedienungsanleitung eines Drive-In Geldautomaten

Anleitung für männliche Kunden:

1. Fahren Sie an den Bankautomaten heran
2. Öffnen Sie Ihre Fensterscheibe
3. Führen Sie Ihre Kreditkarte ein und geben Sie Ihre PINNummer ein
4. Geben Sie den gewünschten Betrag ein
5. Entnehmen Sie das Bargeld
6. Entnehmen Sie Ihre Kreditkarte und Quittung
7. Schließen Sie Ihr Fenster
8. Fahren Sie ab

Anleitung für weibliche Kunden:

1. Fahren Sie an den Bankautomaten heran
2. Starten Sie den abgewürgten Motor wieder
3. Fahren Sie rückwärts, bis Sie den Bankautomaten in Ihrer Höhe haben
4. Öffnen Sie Ihre Fensterscheibe
5. Nehmen Sie Ihre Handtasche, leeren diese auf den Beifahrersitz und suchen Sie Ihre Kreditkarte
6. Suchen Sie Ihren Lippenstift und checken Sie Ihr Make-Up im Rückspiegel.
7. Versuchen Sie, Ihre Kreditkarte in den Bankomaten einzuführen
8. Öffnen Sie Ihre Autotür um den Bankomaten besser erreichen zu können, denn die Distanz zwischen Automat und Auto ist zu groß
9. Führen Sie die Kreditkarte ein
10. Entnehmen Sie die Kreditkarte und führen Sie sie nochmals in umgekehrter Richtung ein
11. Nehmen Sie Ihre Handtasche und suchen Sie Ihr Tagebuch, auf dessen erste Seite Sie die PIN-Nummer geschrieben haben
12. Geben Sie die PIN-Nummer ein
13. Drücken Sie “Cancel” und geben Sie die korrekte PIN-Nummer ein
14. Geben Sie den gewünschten Betrag ein
15. Checken Sie abermals Ihr Make-Up im Rückspiegel
16. Entnehmen Sie Bargeld und Quittung
17. Leeren Sie Ihre Handtasche erneut und suchen sie die Geldbörse, in welche Sie das Bargeld legen
18. Legen Sie die Quittung in Ihr Scheckheft
19. Checken Sie nochmals Ihr Make-Up
20. Fahren Sie zwei Meter vor
21. Fahren Sie zurück zum Bankomat
22. Entnehmen Sie Ihre Kreditkarte
23. Leeren Sie wiederum Ihre Handtasche und stecken Sie die Kreditkarte in die dafür vorgesehene Hülle
24. Checken Sie Ihr Make-up
25. Starten Sie den abgewürgten Motor
26. Fahren Sie 3 bis 4 Kilometer
27. Lösen Sie Ihre Handbremse

[ Quelle | Internet | Verfasser unbekannt ]

20.10.14
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we

we © sylvia | credits amy martin designs and maria azad

19.10.14
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so funny

so funny © sylvia | credits biograffiti and lilia navarro bernal

17.10.14
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Piercings

Meine Eltern wären ausgerastet, wenn ich mit einem Piercing nach Hause gekommen wäre … heute ist das normal.

15.10.14
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Ich habe genug …

Ich habe genug von diesem schwarzen Sommerhimmel, der mich ständig mit seinen Regengüssen vor sich her treibt, von den Halbwahrheiten, die mir Tag und Nacht in den Nachrichten aufgetischt werden, von der Heimlichtuerei um das Freihandelsabkommen. Ja schon von der Bezeichnung Freihandelsabkommen habe ich genug, weil es ein Knebelvertrag sein wird, der uns unfrei macht, und wenn ich an die Folgen von dem, was da durchsickert, denke, habe ich noch mehr genug.

Ich habe genug von all den Propagandageschichten, mit denen uns die Medien durch Kriege und Fast-Kriege peitschen, von Vermutungen, die wie Fakten behandelt werden, ich habe genug davon, dass es so gut wie nie um das Menschliche und um das Leid geht, sondern darum, dass wir die Guten sind und die Anderen die Bösen. Ich habe genug davon, dass wir in unserem Bestreben, den “Feind” zu strafen, am Ende zu unserem eigenen Feind werden.

Am liebsten würde ich ganz laut “Bitte redet doch mit einander” schreien, so laut, dass sie es auf der ganzen Welt hören. Naiv, ja.

Ich habe total genug von diesen sinnlosen, hoffnungslosen, aussichtslosen Kriegen, die gerne Krisen genannt werden, und die so viele Menschen, die nicht einmal wissen, welche Länder an ihre eigenen grenzen, dazu animieren, aus sicherer Entfernung gehässige, gemeine, ignorante und menschenverachtende Kommentare abzugeifern.

Ich habe genug davon, Vanilleersatz aus Papierabfällen zu essen, Nahrung durch meinen Körper zu jagen, in der sich Mikroplastikteile und künstliche Zusätze befinden, die mich krank machen. Ich habe genug davon, dass Fleisch in den Regalen liegt, das von malträtierten und mit Antibiotika am Leben erhaltenen Tieren strammt, und ich habe genug davon, dass mir das Aluminium in meinem Deo womöglich Brustkrebs beschert.

Ich habe genug von diesen edlen Shoppingtempeln, in denen Bluttextilien hängen, genäht von Menschen am anderen Ende der Welt, die in bitterster Armut dahin vegetieren oder sterben, weil die Fabrik eingestürzt oder in Flammen aufgegangen ist.

Ich habe genug davon, dass die Einen Geld verdienen, ohne zu arbeiten und die Anderen arbeiten, ohne Geld zu verdienen.

Ich habe genug von meinen eigenen Gedankenpirouetten, die sich ewig im Kreis drehen, von der Beklemmung, die mich befällt, wenn ich an jene denke, die sich als künftige Weltbeherrscher sehen, ich habe restlos genug von all diesen verantwortungslosen, zynischen, verächtlichen, gesichtslosen, von Macht und Geldgier getriebenen schwarzen Eminenzen, denen ich womöglich über kurz oder lang völlig ausgeliefert sein werde und ich habe genug von dem Vorgeschmack, den ich jetzt schon habe.

Ich habe genug davon, nicht zu wissen, wer von wem gelenkt wird, um mich zu manipulieren, mich zu hintergehen, mich in die falsche Richtung zu treiben, ich habe genug davon, nie sicher zu sein, die Täuschungsmanöver durchschauen zu können. Ich habe genug davon, mich immer wieder von diesem belogenen, betrogenen Mainstream mitreißen zu lassen und mich dann mühsam ans Ufer der Wahrheit kämpfen zu müssen.

Und ich habe genug davon, nicht mehr erkennen zu können, was in Wahrheit die Wahrheit ist.

© Text: Elisabeth Zacharia [ Sie ist Autorin des Buches "Warum Kühe lachen und Hühner nicht weinen... Die dunkle Seite des Konsums - wie uns Konzerne in die Tasche lügen" (Goldegg-Verlag) ]